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Lothar Mayer
Ein System siegt sich zu Tode

Der Kapitalismus frißt seine Kinder


Oberursel 1992 (Publik-Forum); 272 Seiten; ISBN 3-88095-005-5






»Die Bewohner und Nutznießer der industrialisierten Welt sitzen in einem Luxusbus, der mit hoher Geschwindigkeit auf einen Abgrund zurast. Nach der offiziellen Religion der Reisegesellschaft ist es absolut verboten, anzuhalten. Widrigenfalls drohen unaussprechliche Strafen. Einige Ketzer haben unwiderlegbare Beweise dafür, daß der Bus auf einen Abgrund zutrast. Sie plädieren dafür, ihn zu stoppen.

Es kann sehr heiß werden in unserem Luxusbus, wenn wir ihn anhalten, weil die Klimaanlage ausfällt; es kann ungemütlich eng werden, weil noch viele einsteigen werden, wenn der Bus nicht an ihnen vorbeirast; die Vorräte können knapp werden, wenn wir sie mit vielen anderen teilen müssen. Das Wohlleben, die hektische Unterhaltung, die hysterische Hochstimmung an Bord des Busses wird dahin sein; aber zumindest wird er nicht mehr mit tödlicher Sicherheit in den Abgrund rasen...

Zu einer radikalen Veränderung braucht es offenbar mehr als intellektuelle Einsicht – entweder die endzeitlichen Katastrophen, die nicht mehr auszuschließen sind, oder die Entstehung eines neuen, über unser enges, selbstsüchtiges, angsterfülltes Ich hinausgehenden Bewußtseins. Eines Bewußtseins, das auf einer Identifikation mit der uns umgebenden Welt beruht, ein Sich-eins-fühlen mit dem Ganzen, von dem wir ja tatsächlich ein Teil sind, von dem wir ernährt, getragen, am Leben gehalten werden, das keine Verbote und Gebote braucht, die ja doch umgangen werden, sondem das, was der Biosphäre schadet, als eine Verletzung und Bedrohung des eigenen Selbst erlebt.

Es gibt verschwindend geringe Anzeichen dafür, daß ein solches Bewußtsein im Entstehen begriffen ist. Aber: es ist die einzige Hoffnung.« (Lothar Mayer)


Lothar Mayer


arbeitete seit seinem Studium in Saarbrücken und München als Simultandolmetscher bei internationalen Organisationen, Konferenzen und Konzernen; seit den 70er Jahren engagierte er sich in der Umweltbewegung.


Inhaltsverzeichnis


ESSAY (Seite 9 – 80)






Vorbemerkung von Wolfgang Kessler



Hinweis an die Leserin/den Leser (Gebrauchsanweisung)



Vorrede für einen Freund. Von Carl Amery



Prolog



1 –

Argument: Wirtschaft und Thermodynamik



2 –

Systembetrachtung I: Funktionsprinzipien des modernen Industriekapitalismus




2.1

Mehrwert,Akkumulation,Verwertung,Aneignung




2.2

Markt, Wettbewerb, Allokation




2.3

Weltwirtschaftsordnung




2.4

Die technisch-naturwissenschaftliche Explosion




2.5

Selbstverstärkung




2.6

Anpassungsfähigkeit




2.7

Komplizität



3 –

Systembetrachtung II: Randbedingungen




3.1

Bevölkerungsexplosion




3.2

Offene Gesellschaft




3.3

Wohlstandsfalle




3.4

Global Village – Totale Kommunikation



4 –

Der physisch existierende Kapitalismus



5 –

Der Ausstieg aus der Verantwortung




5.1

Markt statt Moral




5.2

Die Antiquiertheit der Verantwortung




5.3

Geldwirtschaft und Arbeitsteilung




Widerspruch



6 –

Die letzte Mutation




Zwischenruf



7 –

Die Rache des Systems



8 –

Das Ende der Geschichte



9 –

Die Überlistung der Entropie



10 –

Postscriptum – Der Traum der Evolution







LESEBUCH (Seite 81-271)






Zu Kapitel 1: Wirtschaft und Thermodynamik



Entropie, Definition • Negentropie • Entropievermehrung = Negentropieverzehr






Zu Kapitel 2: Funktionsprinzipien des modernen Industriekapitalismus



Akkumulation • Verwertung • Aneignung • Mehrwert, Massenwohlstand und Entropie • Die Idiotie des Marktes • Markt und Entropie • Allokation, Arbeitsteilung, Standortwahl • Weltmarkt • Das westliche Entwicklungsmodell • „Entwicklung“ – die Rückseite des Fortschritts • Die Entstehung des Industriekapitalismus • Desynchronisierung • Anpassung • Positive Rückkopplung • Vernetzung und Verstärkung • Selbstverstärkung • Exkursion • Das San-Remo-Model






Zu Kapitel 4: Der physisch existierende Kapitalismus



Dämpfung • Positioneller Reichtum






Zu Kapitel 5: Der Ausstieg aus der Verantwortung



Homo oeconomicus • Verantwortung • Freier Markt und Austauschrelationen • Schweineschnitzel und Fischsterben • Gentechnik • Kriminelle Verantwortungslosigkeit • Mitläufer






Zu Kapitel 6: Die letzte Mutation



Ökologische Modernisierung des Kapitalismus • Öko-soziale Marktwirtschaft? • Internalisierung • Externalisierung der Kosten






Zu Kapitel 7: Die Rache des Systems



Recycling • Ökologische Modernisierung der Produktion • Internalisierung externer Kosten • Die sanfte Abschaffung der Chemie • Koevolution • Urvertrauenskrise • Systemeffekte • Die Mär von der Dienstleistungsgesellschaft






Zu Kapitel 9: Die Überlistung der Entropie



Gaia • Leben und Entropie • Source and Sink • Lebenserhaltungssysteme • Spurensuche






Zu Kapitel 10: Postscriptum – Der Traum der Evolution



Revolution oder Resignation? • Währungsreform oder Die Reale Warktwirtschaft • Geld ohne Zinsen • Erdpolitik • Emergenz • Deep Ecology • Was wäre, wenn… Eine unzensierte Utopie • Moribundus






Literaturvorschläge, Quellennachweise, Anmerkungen, Stichwortverzeichnis


Leseprobe


Hinweis an die Leserin/den Leser (Gebrauchsanweisung)






Die Spezies Mensch hat das Projekt, sich die Erde untertan zu machen, fast abgeschlossen – mit überwältigendem Erfolg. Es gibt keinen Fleck der Biosphäre, dem sie nicht – sei es in Form winziger Spuren ihrer künstlichen Produkte – ihren Stempel aufgedrückt hätte. Sie verändert die Biosphäre zugunsten ihrer weiteren Expansionsfähigkeit so durchschlagend erfolgreich, daß sie dabei ist, ihre eigene Lebensgrundlage zu zerstören.

Angesichts dieses Paradoxons gehe ich der Frage nach, wo der Anpassungsfehler unserer Kultur liegt, der uns daran hindert, von unserem selbstmörderischen Erfolgskurs wegzukommen.

Ich habe mir damit ziemlich viel vorgenommen – vielleicht zuviel. Aber selbst wenn es mir gelungen sein sollte, eine Antwort zu skizzieren, bleibt als zweite Schwierigkeit die, sie dem Leser einsichtig zu machen. Denn: unsere mangelhafte Wahrnehmung ist ein wesentlicher Teil des Problems. Wir kennen uns blendend mit den kleinsten Details unseres Fachgebiets, unserer beruflichen Aufgabe, unserer unmittelbaren Umgebung aus. Aber wir haben einen sehr verkümmerten Sinn für das Ganze.

Dies ist der Grund, weshalb ich für dieses Buch eine so ungewöhnliche Form gewählt habe. Um dem Leser zu helfen, trotz der unendlich vielen Bäume den Wald zu sehen, also den Systemzusammenhang im Auge zu behalten, habe ich meine Analyse zu einem kurzen, knapp gehaltenen Essay zusammengefaßt.

Dieser Gedankengang ist in sich geschlossen, aber er bleibt sehr abstrakt, wenn man ihm zu folgen versucht, ohne den Hintergrund im Auge zu haben, der im zweiten Teil („Lesebuch“) skizziert wird. Andererseits: wenn ich all die Hintergundinformationen, die der zweite Teil bietet, mit eingebaut hätte, wäre der Überblick verloren gegangen.

Dazu kommt, daß die ergänzenden Artikel nicht für jeden gleich notwendig sind; der Leser/die Leserin kann sich also im zweiten Teil je nach Vertrautheit mit dem Thema, Informationsstand und schließlich auch verfügbarer Zeit nach seinen/ihren eigenen Bedürfnissen bedienen.

Auf die Artikel im zweiten Teil („Lesebuch“) wird mit K+Ziffer (K1 .1,K2.13 usw.) verwiesen, wobei sich die Nummer jeweils von dem Kapitel herleitet, in dem das betreffende Themazamersten mal angesprochen wird oder im Mittelpunkt steht. Auf zitierte Literaturstellen wird mit einer Buchstabenkombination + Seitenzahl (2.8. csgnl7 = Christian Schütze, Das Grundgesetz vom Niedergang, Seite l7), auf andere Quellen (Zeitungen und Zeitschriften), die in einem Quellenverzeichnis am Ende des Buches aufgeführt sind, wird mit Q+Ziffer (Q1, Q40 usw.) verwiesen.






Vorrede für einen Freund



Von Carl Amery






GOOD LUCK BOYS!

So stand es auf der Titelseite eines britischen Massenblattes zu lesen, als der Schießkrieg am Golf begann – über einem farbigen Konterfei des britischen Kriegers und dem Union Jack als Hintergrund. Die Liquidation der Zweiten Welt, die Wiedervereinigung Deutschlands hatten uns schon auf den Bewußtseinsstand von 1932 zuruckgeworfen – jetzt stand, das war klar,l9l4 ins Haus. (Zu denBalkankriegen war es nicht mehr weit – im Sommer 1991 hatten sie sich prompt eingefunden).

Diese unglaubliche Regression der Welt-Thematik ist, soviel ist klar, der tiefinnerste Grund für die Erschütterung, die hinter diesem Buch, hinter jeder seiner Seiten spürbar ist. Ich kenne und schätze Lothar Mayer seit über einem Jahrzehnt als selbstlosen Streiter für die überwölbende planetarische Vernunft. Die An- und Einsichten, von denen wir beide ausgehen, haben sich durch die Ereignisse der letzten paar Jahre nicht im mindesten verändert; ja, sie haben sich leider aufs eindringlichste bestätigt. Da dieses Buch die Evidenz des Golfkrieges noch nicht einbezieht, sei es dem Vorredner erlaubt, sie wenigstens anzudeuten: der biosphärische Schaden, den diese High-Tech-Kampagne ausgelöst hat, ist überhaupt noch nicht abzuschätzen, während die menschliche,Kosten-Nutzen-Rechnung, der body-count, auf das wahnwitzige Verhältnis von Eins zu Tausend (oder vielleicht auch „nur“ zweihundert) hinaufgeschraubt wurde. Unberücksichtigt blieb der Anfall von politischem, psychologischem, sozialem, biosphärischem Abraum, der, wie im High-Tech-Zeitalter üblich, seit dem Ersten Weltkrieg in steter geometrischer Progression anwächst. Verblendung ist der einzige Terminus, der sich für den Bewußtseinszustand hinter den Konfetti-Paraden anbietet.

Zum Tatbestand der Verblendung gehört natürlich, daß der Unheilsprophet in Kassandra nicht geglaubt wird. Lothar Mayer spielt notgedrungen Kassandra; und er spielt sie auf einem Schachbrett, das die Welt der Verblendung einfach nicht zur Kenntnis nehmen oder mit zweitrangigen Phrasen wie Umweltschutz besetzen möchte.

Nun, es ist unser Schicksal, seines und meines, daß wir dennoch hoffen: auf den letzten Seiten seines Essays scheint das durch. Wir hoffen, weil es neben dem Kassandra-Typus des Unheilspropheten noch den alttestamentarischen Typus gibt; den Typus, der von Gott als Figur im Spiel um mögliche (wenn auch noch so unwahrscheinliche) Umkehr eingesetzt wird. Aber diese Hoffnung ist, so muß man betonen, von vornherein eitel, wenn sie von den Angesprochenen (hier: von der industriell-kapitalistischen Weltgesellschaft) sofort und von vornherein als Augurenlächeln bewertet wird: nana, Carl, Lothar, so schlimm wirds wohl nicht kommen.

Wer das sagt, wer so blinzelt, der sorgt dafür, daß es so schlimm kommt – und noch schlimmer. Ich wünsche deshalb jedem Leser dieses Essays und des Lesebuchs eine heillose Todesangst. Nur wenn sie heillos genug ist; das heißt, wenn sie zum panischen Abbruch des ganzen „Fortschritts“-Theaters führt, ist sie heilsam.

Das will Lothar Mayer.

GOOD LUCK, LOTHAR.






PROLOG






Der Jubel über den Sieg der Freiheit in den osteuropäischen Ländern wird dem Jahr 1989 seinen geschichtlichen Glanz verleihen. Gleichzeitig wird der Triumph des Kapitalismus über den Sozialismus das aufkeimende Bewußtsein niederwalzen, daß das westliche Industriesystem nicht weniger als das östliche auf die Verwüstung der Welt programmiert ist. Wenn es der Sowjetunion gelingt, die anstehenden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Umwälzungen friedlich zu überstehen, wird die Öffnung der osteuropäischen Länder für die westliche Wirtschaftsdynamik den industrialisierten Norden in eine neue Expansionsphase treiben, die das explosive Gefälle zum verelendeten Süden weiter verstärken wird.

Daß sich uns ein Land wie die DDR, mit derselben Geschichte, mit dem gleichen Bildungsniveau, mit dem gleichen arbeitsamen Menschenschlag wie das westliche Deutschland in der trostlosen Stagnation eines Entwicklungslandes präsentiert, macht verständlich, daß sich im Westen eine lange nicht mehr erlebte Euphorie ausbreitet: das berauschende Gefühl, daß wir auf der richtigen Seite sind – und immer waren.

Die wilde, unaufhaltsame Flucht aus den sozialistischen Gefängnissen in die versprochenen Paradiese der Marktwirtschaft, der Jubel über den Zerfall des real existierenden Sozialismus, die propagandistische Ausschlachtung des „Sieges des Kapitalismus“ könnte dazu führen, daß wir eine vielleicht für dieses Jahrhundert einmalige Chance verpassen. Der Wegfall der Konfrontation, der „Lager“politik, eröffnet die Aussicht, daß eine schonungslose Analyse unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, der kapitalistischen Industriegesellschaft, nicht mehr als Angriff aus dem anderen Lager abgetan, ideologisch abgestempelt und damit unschädlich und unfruchtbar gemacht wird. Das Absterben des real existierenden Sozialismus gibt uns die Chance, den Kapitalismus nicht als Klassen-, sondern als Gattungsfrage zu diskutieren und daher die gesträubten Haare und die gefletschten Zähne zu vermeiden, die das Aufwerfen von Klassenfragen unvermeidlich provoziert. Wir (Kapitalisten) haben uns so gründlich durchgesetzt, so total gesiegt, daß wir nun fast allein sind: wir brauchen vor systemkritischen Angriffen keine Angst mehr zu haben, wir brauchen nicht mehr unseren inneren Verfassungsschutz gegen ihre existenzbedrohenden Intentionen anzurufen. Wir können es uns, als Sieger auf der ganzen Linie, erlauben, gelassen zuzuhören.

Hinter dem scheinbaren Happy End des Systemkonflikts droht sonst eine Entwicklung zu verschwinden, die für das Schicksal der Menschheit weit wichtiger ist als der ideologisch eskalierte Gegensatz zwischen Kapitalismus und Sozialismus. In diesem historischen Augenblick, in dem der Sowjetstaat, in dem das ganze östliche Imperium mit einer jahrzehntelang verteidigten Ideologie bricht und versucht, seine verrotteten Volkswirtschaften auf den westlichen Kurs zu bringen, hatte in den westlichen Industrieländern die beklemmende Einsicht zu keimen begonnen, daß ihr gesellschaftlicher Entwurf von seinen eigenen Siegen verschlungen wird.

Von den Menschen in der DDR, oder überhaupt im ganzen ehemaligen Ostblock, die jahrzehntelang Mangel und Einförmigkeit erdulden mußten, hieße es das Menschenunmögliche verlangen, wollte man ihnen die Einsicht vermitteln, daß der schmerzliche und entbehrungsreiche Umbau ihrer Volkswirtschaften zum Kapitalismus darauf hinausläuft, von einem verfaulten Floß auf einen sinkenden Luxusdampfer umzusteigen. Speziell die Mehrheit in der DDR, mit ihrer alternativlosen Fixierung auf den Lebensstil der BRD, müßte damit zu dem unerträglichen Schluß kommen, daß auf die verlorenen Lebensjahre der Vergangenheit die zum Scheitern verurteilten der Zukunft folgen.

Dagegen müßten die Menschen in den westlichen Industrieländem nach den Jahrzehnten des immer weiter wachsenden Wohlstands eher fähig sein, sich Gedanken zu machen über den Preis dieser Entwicklung, der sich in Form von Luftverschmutzung, Waldsterben, Meeresverschmutzung, Ozonloch und Treibhauseffekt anzukündigen beginnt, und ihn ins Verhältnis zu setzen zu dem Lustgewinn, den eine weitere Wohlstandsvermehrung noch bringen kann.

Es besteht deutlich sichtbar die Gefahr, daß diese beginnende Einsicht vom Taumel des Erfolgs, von der Woge der Selbstbestätigung erstickt wird, die der spektakuläre Bankrott des Sozialismus bei uns ausgelöst hat.

Tief innen wissen wir alle, daß wir am Ende sind. Die einzigen, die immer noch nicht begriffen haben, daß sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben, sind die selbsternannten Realisten, die wir mit unserer Führung in Staat und Wirtschaft betraut haben. Sie können die Zukunft unerschüttert mit einem kernigen „Weiter so“ beschreiben; triumphierend verkünden sie ihre Rekordgewinne (1990: Daimler-Benz 1,8 Milliarden, VW 1,1 Milliarden, Siemens 1,7 Milliarden, Bayer 1,9 Milliarden, Hoechst 1,7 Milliarden), als wüßten sie nicht, daß ihre Milliarden, Mark für Mark, ein verläßlicher Maßstab für das Sterben der Wälder und die Verwüstung der Nordsee sind. Es sind diese vermeintlichen Realisten in Wirtschaft und Politik, die am längsten und unerschütterlichsten an das Märchen vom Tischlein-deck-dich glauben.

Demjenigen, der sich erlaubt, sich aus dem Definitionsgefüge des kapitalistischen Wirtschaftssystems abzuseilen, einige Schritte zurückzutreten und es von außen zu betrachten, offenbart sich dieses System als die gigantischste Betrugsaffaire aller Zeiten. Ein Patentrezept zum schnellen Reichwerden, das auf dem simplen, uralten Trick beruht, üppige Dividenden auf geliehenes Geld auszuschütten – und diese Dividenden mit immer neuem geliehenem Geld zu finanzieren.









Mögen die Bilanzen unserer Generation auch noch Gewinne ausweisen
– unseren Kindern werden wir die Verluste hinterlassen.
(Brundtland-Bericht, brundt9).









Um diese Perspektive zu gewinnen, muß man den Industriekapitalismus nicht nur als gesellschaftliches Transaktionssystem, sondern als einen physikalischen Prozeß betrachten.


Siehe auch


Lothar Mayer: Ausstieg aus dem Crash – Entwurf einer Ökonomie jenseits von Wachstum und Umweltzerstörung