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Ulrike Herrmann
Das Ende des Kapitalismus
Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden

Köln 2022 (Kiepenheuer & Witsch); 342 Seiten; ISBN 978-3-462-00255-3


„Der Kapitalismus war ein Fortschritt, hat aber leider eine fundamentale Schwäche: Er erzeugt nicht nur Wachstum, sondern muss auch wachsen, um stabil zu sein. Ohne ständige Expansion bricht der Kapitalismus zusammen. In einer endlichen Welt kann man aber nicht unendlich wachsen. Momentan tun die Industriestaaten so, als könnten sie mehrere Planeten verbrauchen. Bekanntlich gibt es aber nur eine Erde. Bisher setzen die Regierungen darauf, dass sie Wirtschaft und Klimaschutz irgendwie versöhnen könnten. Die typischen Stichworte heißen ‚Green New Deal‘ oder ‚Entkopplung‘ von Wachstum und Energie. Die große Hoffnung ist, dass sich die gesamte Wirtschaft auf Ökostrom umstellen ließe – ob Verkehr, Industrie oder Heizung. Dieses »grüne Wachstum« ist jedoch eine Illusion…
(…)
Der Rückbau des Kapitalismus muss geordnet vonstattengehen. Zum Glück gibt es bereits ein historisches Modell, das als Vorbild taugen könnte: die britische Kriegswirtschaft ab 1939. Damals standen die Briten vor einer monströsen Herausforderung. Sie hatten den Zweiten Weltkrieg nicht kommen sehen und mussten nun in kürzester Zeit ihre Wirtschaft auf das Militär ausrichten, ohne dass die Bevölkerung hungerte. Fast über Nacht entstand eine Planwirtschaft, die bemerkenswert gut funktionierte. Die Fabriken blieben in privater Hand, aber der Staat steuerte die Produktion – und organisierte die Verteilung der knappen Güter. Es wurde rationiert, aber es gab keinen Mangel. Die Briten erfanden also eine private und demokratische Planwirtschaft, die mit dem dysfunktionalen Sozialismus in der Sowjetunion nichts zu tun hatte.
(…)
Wer das Ende des Kapitalismus verstehen will, muss seine Geschichte kennen. Das Buch beschreibt also zunächst, wie das heutige Wirtschaftssystem entstanden ist und wie es funktioniert. Dabei zeigt sich, dass das Ende unausweichlich ist. Der Kapitalismus ist faszinierend, hat aber keine Zukunft. Die nächste Epoche wird eine ‚Überlebenswirtschaft‘ sein.“

(Aus der Einleitung)

Ulrike Herrmann, , geboren 1964 in Hamburg, Ausbildung zur Bankkauffrau, Absolventin der Henri-Nannen-Schule, Studium der Philosophie und Geschichte. Seit 2000 Wirtschaftskorrespondentin der taz. Sie ist Autorin zahlreicher SPIEGEL-Bestseller, zuletzt »Das Ende des Kapitalismus«, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.

INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung: Das Ende des Kapitalismus

I. DER AUFSTIEG DES KAPITALS
I. Ein Segen: Wachstum schafft Wohlstand
2. England, ab 1760: wie das Wachstum erfunden wurde
3. Ohne Energie geht es nicht: Der Kapitalismus wird fossil
4. Jedes Land war plötzlich ein »Entwicklungsland« – auch Deutschland
5. Auf ewig abgehängt? Warum der globale Süden kaum aufholt
6. Ausbeutung und Krieg sind nicht nötig – sondern schaden dem Kapitalismus
7. Expansion oder Kollaps: warum der Kapitalismus wachsen muss
8. Der Preis des Wohlstands: Die Welt wird zerstört

II. »GRÜNES WACHSTUM« GIBT ES NICHT
9. Das CO2 wird nicht verschwinden
10. Die Atomenergie bleibt ein Irrtum
11. Leider nicht verlässlich: Sonne und Wind
12. Das Problem der Speicher
13. Die Energiewende wird teuer, nicht billig
14. Der Traum von der »Entkopplung« funktioniert nicht
15. Warum technische Innovationen und Digitalisierung das Klima nicht retten können

III. DAS ENDE DES KAPITALISMUS
16. Grünes Schrumpfen: wenn die Wirtschaft zusammenbricht
17. Das Versagen der Ökonomen
18. Ein Vorbild: die britische Kriegswirtschaft ab 1939
19. Wie wir in Zukunft leben

Schluss: Die »Überlebenswirtschaft« hat schon längst begonnen

Dank, Literatur, Anmerkungen

LESEPROBE
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