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Kohei Saito
Am Ende des Fortschritts
Überleben in den Ruinen des Kapitalismus

München 2026 (dtv); 364 Seiten; ISBN 978-3-423-28534-6


Der Kapitalismus und die liberale Demokratie des 20. Jahrhunderts setzten sich gemeinsam das Ziel des unbegrenzten Wirtschaftswachstums und zeichneten das Bild einer idealen Welt des Friedens und des Wohlstands, in der jeder nach Lust und Laune konsumieren kann. Doch wir müssen die harte Realität akzeptieren, dass solche Glücksversprechen nicht mehr erfüllt werden können.
Angesichts der drohenden Entwicklung unserer Gesellschaften zu autoritären und faschistischen Systemen oder zur Barbarei entwickelt Kohei Saito seine Vision einer Gesellschaftsverfassung, die auch in der permanenten Mangelwirtschaft, die uns wahrscheinlich bevorsteht, eine demokratische bleibt. Er nennt diese Vision einen „Dunklen Sozialismus“, grenzt diesen aber deutlich vom überwundenen Sozialismus alter Prägung ab. „Der wichtigste Grund, weshalb gerade jetzt eine Wiederbelebung der Wirtschaftsplanung erforderlich ist, liegt in der Anpassung an eine permanente Mangelwirtschaft.“ (S. 300) Wir werden einen starken Staat brauchen, der Regeln und Pläne durchsetzt. Es darf jedoch „kein System mehr entstehen, das mittels Produktionsnormen und Überwachung eine Planung aufzwingt, die strikt genormt ist und keinen Spielraum für Abweichungen bietet. Stattdessen gilt es, ein dezentrales Netzwerk aufzubauen, in dem einzelne Regionen und Kommunen jeweils eigenständige Funktionen übernehmen, die in ihren jeweiligen kulturellen und traditionellen Kontexten verwurzelt sind und sich dabei gegenseitig ergänzen.“ (S. 299)

Kohei Saito, geboren 1987, ist Associate Professor für Philosophie an der Universität von Tokio. Er promovierte 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe und wurde 2018 mit dem Isaac-Deutscher-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2020 verlieh ihm die japanische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften den hoch angesehenen JSPS-Preis für die besten jungen Wissenschaftler des Landes. Sein Buch ›Systemsturz‹ wurde ein internationaler Erfolg, das Buch verkaufte sich mehr als eine halbe Million Mal.

INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort: Die Zukunft heißt Faschismus!

Kapitel 1: Die Ära des Klimakollapses und die permanente Mangelwirtschaft

Kapitel 2: Mit dem Technokapitalismus kommt der Faschismus

Kapitel 3: Das »Ende der Welt« und der Akzelerationismus

Kapitel 4: Führt die Planwirtschaft in den Absolutismus?

Kapitel 5: Was wir brauchen, um uns von Hayeks Bann zu befreien

Kapitel 6: Ist digitaler Sozialismus möglich?

Kapitel 7: Hayeks blinder Fleck und die grüne Kriegswirtschaft

Kapitel 8: Der späte Marx und die Diktatur des Proletariats

Kapitel 9: Die Diktatur der Ökologie

Kapitel 10: Die Hoffnung heißt Dunkler Sozialismus

Nachwort: Die Apokalypse der Niemande

Anmerkungen, Register

LESEPROBE
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