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Claudia Kemfert
Kurzschluss
Wie wir unsere Energiezukunft verspielen

München 2026 (campus) 264 Seiten; ISBN 978-3-593-52185-5


»Heizungshammer«, »Verbotskultur«, »Dunkelflaute« – die Energiewende zerreißt Familien und Freundeskreise, spaltet Gesellschaft und Wirtschaft. Wie lange bleibt unsere Zukunft noch planbar? Was wird aus meinem Eigenheim, wenn die nächste Krise kommt? Wer wird am Ende wirklich zahlen müssen? Rast Deutschland sehenden Auges in den Abgrund? Die brutale Realität: Das 1,5-Grad-Ziel ist Geschichte, Ressourcenkriege verwüsten bereits ganze Kontinente.

Claudia Kemfert konfrontiert uns mit den heute neu gestellten klimapolitischen Fragen und deckt auf, wo Mythen gefährliche Realitäten verschleiern. Sie zeigt, welche Technologien noch funktionieren könnten und wie der Gasausstieg Deutschland zum Technologie-Weltmarktführer macht - wenn uns die Zeit bleibt. Ein Buch für alle, die sich der Illusion verweigern, dass es noch einfache Antworten gibt. Klima und Wirtschaft lassen sich nicht gegeneinander ausspielen.

Claudia Kemfert, geboren 1968, ist eine deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie Professorin an der Leuphana Universität Lüneburg. (Mehr Info: de.wikipedia.org/wiki/Claudia_Kemfert)

INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG
Kurzschlüsse erkennen und vermeiden

KAPITEL 1
»Deutsche Autos waren mal die besten der Welt« – E-Mobilität: Warum Elektroautos besser sind als ihr Ruf

KAPITEL 2
»Auf dem Land braucht man ein Auto« – ÖPNV und Bahn: Verkehrswende braucht politischen Willen

KAPITEL 3
»Die Energiewende ist teuer und vernichtet unsere Jobs« – Gerechtigkeit: Klimaschutz muss und kann sozial sein

KAPITEL 4
»Wir sollten technologieoffen bleiben« – Wenn ein Begriff zur Blockade wird

KAPITEL 5
»Dieser Heizungshammer ruiniert uns alle« – Gesetze versus Markt: Die inszenierte Panik

KAPITEL 6
»40 Jahre fürs Haus gearbeitet – und jetzt ist es wertlos?« – Wärmewende und Sanierung: Es funktioniert auch im Altbau

KAPITEL 7
»Sollen wir etwa alle auf Mallorca verzichten?« – Subventionen: Wie ein Begriff umgedeutet wird

KAPITEL 8
»Ohne Atom kommt der Blackout« – Atomkraft: Warum die Renaissance ausbleibt

KAPITEL 9
»Speicher noch und nöcher, haha!« – Geschürte Ängste: Der Mythos vom fehlenden Stromspeicher

KAPITEL 10
»Das ist doch alles nur grüne Ideologie« – Green Deal: Europas industriepolitische Chance

KAPITEL 11
»Putin hat uns in der Hand« – Russland-Paradox: Pro-Geschäfte trotz Anti-Rhetorik

KAPITEL 12
»Ist es nicht schon zu spät?« – Vom Zuviel zum Genug – warum echter Wandel möglich ist

KAPITEL 13
»Wir zerstören unsere schöne Landschaft« – Beteiligung statt Desinformation: Demokratie gestalten

SCHLUSSWORT
»Ich allein kann ja doch nichts ändern« – aber zusammen!

Danksagung
Anmerkungen

LESEPROBE
siehe: bic-media.com/widget/…

Aus Kapitel 8: »Ohne Atom kommt der Blackout« – Atomkraft: Warum die Renaissance ausbleibt

Es stimmt, Deutschland importiert Strom. Aber nicht, weil es muss, sondern weil es sich lohnt. Wenn in Österreich die Wasserkraft rauscht oder in Norwegen die Speicher überlaufen, ist deren Strom günstiger als der aus deutschen Gaskraftwerken. Also kaufen wir ihn. Und wenn bei uns der Wind brummt, verkaufen wir. Ganz einfach. – Das Überraschende: Der Großteil der deutschen Importe besteht aus erneuerbarer Energie, nicht aus französischem Atomstrom. Wir importieren Regenfälle, Schneeschmelzen und Wasserkraft, keine Abhängigkeit, sondern Freiheit. Die stündlichen Daten zeigen ein dynamisches System: Mal importiert Deutschland bis zu 14 Gigawatt, mal exportiert es bis zu 18. Das ist kein Alarmzeichen, sondern das Atmen eines gut vernetzten europäischen Strommarkts. (
Seite 134)

Zwei Jahre nach dem Atomausstieg kann Deutschland als Referenzfall für andere Länder dienen. Die empirischen Daten sind eindeutig: Der Ausstieg war technisch machbar, ökonomisch verkraftbar und geopolitisch vorteilhaft. Deutschland exportiert mehr Strom als je zuvor, die Versorgungssicherheit ist gestiegen und die CO
2-Emissionen sinken trotz des Atomausstiegs weiter. (…) Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Systemtransformation, nicht in der simplen Substitution. Deutschland hat nicht nur Atomkraftwerke durch andere Technologien ersetzt, sondern ist auf dem Weg, das gesamte Energiesystem zu modernisieren: dezentraler, flexibler, intelligenter. Diese Transformation ist ein laufender Prozess mit Erfolgen und Rückschlägen, aber sie zeigt, dass der Umbau möglich ist. (Seite 145)

SIEHE AUCH
Claudia Kemfert, Julien Gupta, Manuel Kronenberg (Hrsg): Unlearn CO2. Zeit für ein Klima ohne Krise (2024)

Claudia Kemfert: Schockwellen. Letzte Chance für sichere Energien und Frieden (2023)

Claudia Kemfert: Mondays for Future. Freitag demonstrieren. Am Wochenende diskutieren. Ab Montag anpacken und umsetzen (2020)