Ein Beitrag zum Thema: Perchten im 21. Jahrhundert.
Von Ernst Weeber, im August 2024
Raunacht global und die Wiederkehr der Göttin
Wovon die Perchten im 21. Jahrhundert erzählen könnten
Im 21. Jahrhundert steht die Menschheit vor der wahrscheinlich größten Herausforderung ihrer Geschichte: der drohenden Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen durch den eigenen Gebrauch derselben. Erdgeschichtlich erweist sich unsere Zivilisation gerade als Parasit an der irdischen Lebensgemeinschaft, unser Wachstum als maligne. Um wieder „enkeltauglich“ zu werden, ist ein großes Umdenken mit weitreichender Umgestaltung unserer Lebensweise und unserer „Weltinnenpolitik“ dringend erforderlich. Jede gesellschaftliche Institution, jeder Verein und jede/r Einzelne ist aufgerufen, sich auf irgend eine mögliche eigene Weise daran zu beteiligen.
Auch ein Brauchtumsverein wirkt in diesem Sinn politisch. Dass ein Männerbund die Gleichberechtigung der Frauen beschließt, ist von politischer Bedeutung; schon dass die Perchten sich selbst das aggressiv-männliche Angsteinflößen verbieten und sich ihren Respekt auf kinderfreundlichere Art verschaffen, ist von politischer Bedeutung. Mit der Brauchtumspflege ist auch eine Gemeinschaftspflege verbunden, und mit beidem nehmen wir Einfluss auf das gesellschaftliche und geistige Leben.
Könnten wir Perchten auch durch eine aktualisierte Deutung unseres alljährlichen Rituals zu einem wünschenswerten Bewusstseinswandel beitragen? Um diese Frage soll es im folgenden gehen.